Am 26. April 2026 stand das Dörfchen Lari in der Toskana ganz im Zeichen des italienischen Kultrollers. Über 500 „Vespisti“ hatten sich zum großen nationalen Treffen „80… Voglia di Vespa“ (80 Jahre Vespa) im benachbarten Pontedera angemeldet. Da am 23. April 1946 das offizielle Patent angemeldet wurde, feierte der Vespa Club Pontedera an diesem Wochenende den 80. Geburtstag des Kultrollers. Ab 08:00 Uhr morgens versammelten sich die Teilnehmer im Centrum Sete Sóis Setedirekt in Pontedera zur Registrierung und zum gemeinsamen Frühstück. Gegen zehn ging es bei bestem Frühlingswetter auf die rund 40 Kilometer lange Rundfahrt durch die Pisaner Hügel. Das Hauptziel der Sonntagsausfahrt war das historische Dorf Lari. Dort besichtigten die Vespisti das berühmte Castello di Lari sowie die traditionellen Reifungsgrotten des lokalen Käseherstellers Famiglia Busti, natürlich inklusive einer Verkostung.


Vespa T5: Mit fünf Kanälen in die erste Startreihe
Im Jahr 1985 versuchte Piaggio mit der 125er T5 „Pole Position“ eine modern-kantig-sportliche Antwort auf die aufstrebende japanische Konkurrenz im Roller-Markt zu geben. Sie basiert technisch auf der bewährten Vespa PX-Reihe von 1979. Wesentliche Bereiche wurden allerdings grundlegend neu entwickelt. Den Namen „Pole Position“ erhielten die Roller, weil sie Formel-1-Fahrern, die die Pole Position errangen, als Preis überreicht wurden. Piaggio war zu dieser Zeit Sponsor der Formel 1. Mit dem Rennfahrer Nelson Piquet hatte man ein sehr bekanntes Testimonial für de Marke Vespa.


Ingenieure reden Benzin
Disclaimer: Jetzt kommen die Details für die Moppedfans und Technikfreunde. Das Kürzel T5 steht für Cinque Travasi (5 Überströmkanäle). Piaggio entwickelte diesen Motor damals zusammen mit Morini. Der Aluminiumzylinder dieser Power-Vespa bekam eine Nikasil-Beschichtung und wie erwähnt zwei große und zwei kleine seitliche Überström-/Stützkanäle plus einen mittleren Spülkanal. Damit kitzelten die Ingenieure aus nur 123,5 ccm Hubraum (Bohrung 55 mm, Hub 52 mm) satte 12 PS. Eine für damalige Verhältnisse recht ordentliche Literleistung von über 97 PS/l. Die T5 bekam außerdem einen größeren Vergaser, einen sportlich ausgelegten Auspuff und ein speziell abgestimmtes Getriebe.


Manchmal ist es verrückt und man trifft auch noch einen ehemaligen Piaggio-Ingenieur, der in den 80ern die Vespa T5 mit entwickelt hat. Mit charmanter Übersetzungshilfe und einer Mischung aus Italienisch und Englisch entspann sich sofort das blanke „Benzingespräch“, wie man die Fachsimpeleien auf Motorradtreffen nennt. Tolle Erlebnisse in einem mittelalterlichen Dörfchen inmitten der Toskana.

