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Erfahrungen in der Toskana von Kristina Schmidt

Erfahrungen in der Toskana von Kristina Schmidt

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Olivenbäume richtig schneiden

18. Januar 2026 von Kristina Schmidt

Instruktionen zum schneiden eines Olivenbaums

Es ist der 18. Januar 2026. Ich sitze bei ebenso wunderbaren 18 Grad auf meiner Miniterrasse, bewaffnet mit Laptop, einem Stück von Weihnachten übrig gebliebenen Stück Christstollen und einer Tasse deutschen Filterkaffee (ne, nix bäh, lecker und eine Verbindung zum alten Leben) und schaue in die sanften Hügel der Toskana. Mein entspannter Blick schweift langsam über kitschige Zypressen, Hügel, die beginnen zu grünen und den Olivenhain von Petra und Holger. Kunden, denen ich vor Jahren ein wunderschönes Haus in der Toskana verkauft habe und die nun zu Freunden geworden sind. Ich genieße die Luft, die schon nach Frühling riecht, auch wenn es nochmal kälter werden soll.

Ausgerechnet in „meinem“ Sant Ermo, einem der kleinsten Dörfchen der Toskana, gibt es heute einen Olivenbaumschneidekurs. Meine zwei jüngsten Söhne Luca (19) und Filippo (20) sind mit dabei. Sie lieben das Dorf und die herrliche Natur hier genauso wie ich. Sie erdet, lässt abschalten, aufatmen, sich wieder mit dem verbinden was wirklich wichtig ist. Das schätzen wir sehr als Ausgleich zum ständigen Blick auf Displays.

Wer macht den Baumschneidekurs: Il Comitato per la valorizzazione dell’olio delle colline pisane ed altri prodotti tipici (C.P.C.P.), das Komitee zur Förderung des extra nativen Olivenöls aus den Hügeln von Pisa und anderer typischer Produkte (CPCP). Das Komitee wurde im Juli 2010 spontan von einer Gruppe von Leuten aus Lari und Casciana Alta gegründet. Ziel des Komitess ist, das Gebiet und die typischen Produkte der Pisaner Hügel, insbesondere das native Olivenöl extra, aufzuwerten. Eine sehr herausfordernde Aufgabe.

Teilnahme-Urkunde für einen Kurs zum fachgerechten Schneiden von Olivenbäumen

Zu lernen, wie man einen Olivenbaum schneidet, braucht man ein ganzes Leben

Den Baumschneidekurs leitet ein Professore von der Universität Perugia. Zum Anfang gibt es erstmal jede Menge Theorie. Schnell raucht den jungen Teilnehmern der Kopf. Es fallen Sätze wie: „Um zu lernen, wie man einen Olivenbaum schneidet, braucht man ein ganzes Leben.“ Das war`s dann mit: „Jetzt mache ich mal schnell einen Kurs und dann kann ich das.“ Es wird viel Wissen gelehrt und auch Sensibilität. Jeder Baum verdient es, mit Weisheit und Achtung geschnitten zu werden. Mittags wird dann gehörig getafelt, wie sich das in Italien gehört. Nach 2,5 Stunden Gaumengenuss stehen dann meine Jungs in der Tür, „Boah sind wir voll, wir platzen gleich. Aber Mamma, das ist superinteressant und wir ernten jetzt hier im Dorf, komm doch mit!“  Mami mit den Jungs zum Kurs. Na gut, hier in Italien kann man das machen. Ähm, was soll ich eigentlich sagen, wenn mich jemand fragt, was ich hier mache? „Ich bin die Mami und will mal gucken“. Mir ist zugegebenermaßen ein bisschen komisch zu Mute, aber die Neugier siegt.  Ach, da steht ja die ganze Gruppe. Es sind so um die 20 Personen, Alter 50 (60?) aufwärts und meine zwei Küken. Ich schleiche mich hinzu. Da stehen sie, meine hübschen Buben und hören andächtig dem Fachmann aus Perugia zu. Ups! Meinen „Kleinen“ umarmt ein Mann in brauner Arbeitskleidung, in einem Arm meinen Sohn, mit der anderen Hand auf eine lange Baumsäge gestützt. So stelle ich mich also dazu und umarme meinen anderen Sohn. Wir lauschen, während docente Andrea sägt und schneidet und erklärt. Keiner schaut verwundert oder fragt. Ich gehöre wie selbstverständlich dazu.

Teilnehmer eines Kurses zum Schneiden von Olivenbäumen

Viele Olivenbäume werden regelrecht verstümmelt

In den letzten Jahren beobachte ich die zunehmende Verstümmelung der Olivenbäume. Das tut mir richtig physisch weh. Die Bäume werden radikal zurechtgesägt. Die Äste sollen nach unten gezwungen werden auf eine Höhe, in der man bequem ernten kann. Das soll den Ertrag erhöhen, tut es aber nicht. Das höre ich hier schnell heraus, auch wenn ich ansonsten nicht viel verstehe. Es sieht einfach aus, ist es aber nicht. Die Alten, die noch wussten, wie man Bäume richtig verschneidet, sterben so langsam aus. Viele meinen „ach, das ist doch einfach“ und sägen einfach drauflos. So kommt es zu regelrechten Massakern an den Bäumen. Hier im Kurs wird Sorgfalt statt Schnelle gelehrt. Nach der Theorie am Vormittag geht es nachmittags in den Olivenhain. Am Sonntag geht es dort weiter.

Aber wer hat noch Zeit für diese Sorgfalt? Wer bezahlt das? Die Situation der Olivenhaine ist nicht gut. Es ist wie ein kostbares Handwerk, dass ausstirbt. Der Verein aus unserem Nachbarort will dem Einhalt gebieten. Man ist besonders froh, junge Leute dabei zu haben wie meine Jungs. Von der Idee, die Pflege der Olivenbäume zum Beruf zu machen, raten die Fachleute jedoch ab. Keine Chance, davon eine Familie zu ernähren. Vielleicht gibt es aber doch eine Lösung, dieses wunderbare Naturprodukt zu bewahren? Es muss eine Lösung geben. Filippo wird demnächst stolzer Besitzer eines Olivenhains sein und seine eigenen Bäume betreuen können.

Korrekt geschnittener Olivenbaum im zeitigen Frühjahr

Wie kann man selbst bei einer Olivenernte mitmachen?

Schneidezeit für Olivenbäume ist übrigens zwischen Januar und April. Die Erntezeit für Oliven geht vom Oktober bis Dezember.

Ihr möchtet bei der Olivenernte dabei sein? Na klar, kommt her! Versprechen können wir nichts, denn Oliven sind ein Naturprodukt und den Launen selbiger ausgesetzt. 2025 gab es zum Beispiel so gut wie gar keine Oliven. Es war entweder zu kalt, zu heiß oder zum falschen Zeitpunkt zu feucht.
Die Mithilfe ist unentgeltlich. Wer Olivenöl mitnehmen möchte, muss es erwerben. Warum ist das so? Ihr ahnt sicher schon beim Lesen des Artikels wie aufwändig es ist, auch nur einen Liter Öl zu erzeugen. Das braucht einen guten Schnitt und Pflege das ganze Jahr durch. Viel Mühe und wenig Ertrag. Was wir garantieren können: Viel Freude beim Ernten, einen gemeinsamen Besuch in der Olivenmühle (je nachdem wie lange ihr da seid, könnt ihr beim Pressen in der Ölmühle dabei sein) und sehr nette Gesellschaft. Für gemeinsames Mittagessen im Olivenhain ist gesorgt.

Eine Ferienwohnung könnt Ihr gern über mich buchen. So kann ich euch ein Programm „Ferien in der Toskana machen und bei der Olivenernte dabei sein“ arrangieren.Geerntet wird in der Gegend um Lari, Casciana Terme, 30 km südöstlich von Pisa.

Ihr möchtet ein Haus in der Toskana mit eigenem Olivenhain haben? Na klar, gern. Wenn ihr möchtet, kommen dann vielleicht Luca und Filippo zur Baumpflege vorbei.

Kategorie: Kulinarisches, Toskana Stichworte: Oliven

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